Autor Thema: Asfael: Linothorax- Schuhtarnung  (Gelesen 1191 mal)

Asfael / Kheresh

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Asfael: Linothorax- Schuhtarnung
« am: September 02, 2014, 20:45:23 »
Der Abschluß der 2014er- Linothorax- Trilogie (1: "NSC- Props für die Ägypter" und 2: "echte Vollrüstung" sind im Thread "Chaos- Schnabeltier" irgendwoanders hier zusammengefaßt).
Letztes Jahr hat die große Chaosrüstung endlich "große Füße" aus GFK bekommen- aber auf ZdL stellte sich dann heraus, das die Schuhe (seit 2005 im Dienst, als Buffalo- Plateaus gerade unmodern wurden und ich billig ein paar gekriegt hab) leider zu klein für länger laufen sind. Shit. Hate it. Nix zu machen: größere Schuhe mußten her und mit ihnen natürlich neue Hüllen.
Step one: die Schuhe. Ich brauch 46er mit Plateausohlen. Gefunden hab ich sie im Urlaub in London und sie billiger gekriegt als im Netz - im Geschäft im Camden konnte man handeln, und der Verkäufer gibt vermutlich immer noch damit an, wie er dem großen kahlen Touri aus Deutschland das alberne Rocker- Schuhwerk verpaßt hat- obwohl besagter Tourist daraufhin all seinen Versuchen widerstand, ihm noch eine Ledermontur schmackhaft zu machen....
Hier die New-Rock- Internetpräsenz: https://www.newrockonline.com/de/footwear.html
Ok. Step 2: Schuhe vorbereiten. Alles Metall, was abgeht, abmachen. Ab hier Bild:

Zweite Zeile, Bild 1-4: Die "Schuhe"/ Müllbeutel rum zur Schonung/ eine Lage Alufolie zur Stabilisierung der Form/ Volumenaufbau mit geknüllter Alufolie. Volumenaufbau nur nach oben und nach außen- man soll seine Füße nicht nach innen oder nach vorne verbreitern.
Dritte Zeile: Abschlußschicht aus Alufolie/ Oberfläche herstellen mit Tape/ Frischhaltefolie drum, damit man die Lino- Form vom Unterbau trennen kann (Leim klebt nicht auf Frischhaltefolie).
Jetzt 10 Schichten schwarzes Baumwolleinen, eine morgens, eine abends. Arbeitsrhythmus: Leim drauf, Stoff, Leim, Trocknen lassen, nächste Schicht. Trimmen alle 2-3 Schichten. Die Abschlußschicht Leim der letzten Schicht enthält 1/4tel silber/schwarz- Acrylfarbe, damit bei Abrieb der Bemalung "silber" durchkommt. Form kann ab Schicht 4 abgenommen werden, damit die Werkstücke auch von Innen trocknen können. Nach Schicht Nr10 2-3 Tage liegenlassen (wegen Trocknung).
Dann werden die Werkstücke mit der Blechschere in die endgültige Form gebracht. Die Paßform ist erheblich besser als die GFK- Hüllen, wo ein Fuß nicht richtig funktionierte.
Letztes Bild der dritten Reihe: Anleimen der Halterungen für die Stege, die später die Hüllen am Hochrutschen hindern. Ich näh die Rechteck- Schließen mit Gurtband auf Stoffstücke und leim die innen in die Hüllen. Die eigentlichen Stege sind aus Gurtband und laufen in der Vertiefung zwischen Vordersohle und Abstz, so das sie harten Boden wie z.B. Asphalt nicht berühren. Weicher Bodern schadet dem Gurtband nicht.
Gurtband hatr sich Lederriemen als überlegen erwiesen, weil es keine Feuchtigkeit aufnimmt und nicht quillt oder sich auflöst. Die Stege werden mit Klettband "an sich selbst" befestigt. So können sie ausgewechselt werden, falls doch einer kaputt geht- aber wichtiger ist, das sie so justiert werden können.
Obere Bilder: die fertig Füße mit "Menschetten" aus Schaumstoff, Kunstfell hinten und Bemalung. Rechts Vergleich zu einem normalen 45er- Sportschuh- Die Volumenvergrößerung ist beträchtlich.

Wie die Schuhe in die Hüllen kommen und wie die Manschetten aufgebaut sind, steht in der Originaldokumentation der GFK- Vorgänger- Modelle:
http://larp-monsterbau.de/html/gfk-_fusse.html
Auf dem ersten Bild dort sieht man die Original-Füße: die Manschetten liegen anders, nämlich weiter vorn und höher. DAs macht die Füße "hufiger", aber andererseits auch "Manga- artiger". Außerdem kollidieren Manschetten und Beinpanzerung gern mal, was zu verstärktem Abrieb fürhrt- und bekannterweise hasse ich Abrieb.

Hier die Funktionsweise der neuen Füße:

Man sieht, wie bei Arbeit der Beinpanzerung die MAnschette unter dem Bein verscwindet und nix behindert wird.

Letztes Bild: Blick von hinten hinter die Kulissen: Beinpanzerung und Fuß/ und rechts Sitz des Steges unter der Sohle. Die Aufnahmen sind nach EE entstanden.


Fazit: Produktion der Hüllen war viel komfortabler, geruchsneutraler, billiger und ungefährlicher als die Arbeit mit GFK. Die Füße haben den 5- Lager- Feldzug duch nasses, hohes Gras und Matsch ohne jeden Schaden weggesteckt. Das Material hat sich nicht verändert und würde den Schugh von oben sogar schützen.
Es kann für die Schuhabtarnung empfohlen werden.

Zwei Punkte noch: Meine Plateausohlen biegen sich nicht, weswegen die Hüllen aus einem Stück bestehen können. Für noemale Schuhe muß ein Gelenk im Biegebereich der Zehen geschaffen werden; kein unlösbares Problem.
Und für den Verwender von Plateauschuhen der Marke "New Rock":
Ein Füßchen wiegt 1,8 Kilogramm. Das Gehgefühl ist "mächtig", der Tritt sicher, das Profil hervorragend- aber am Ende des Feldzuges mit all seinen Hügeln und hohem Gras war ich dann doch etwas erschöpft...
Und der dritte der zwei Punkte: Das Gehen. Rennen und Kämpfen mit Plateausohlen ist gefährlicher als mit normalen Schuhen- es droht ernste Gefahr des Umknickens mit all seinen unangenehmen Folgen. Ich trainier vor Einsätzen mit den Dingern (und es ist mir egal, was die anderen Jogger von mir halten) und bereue nichts!
"Into the darkness he went. Into the flames of hell. With his head held high. And he smiled." (Warhammer- Predigttext; Wordbearers)