Author Topic: 3D-Druck Tutorial (Picture heavy)  (Read 4699 times)

Barius

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3D-Druck Tutorial (Picture heavy)
« on: September 03, 2013, 07:51:52 »
Tach auch, ich bin's schon wieder.

Wie man in meinem Bewerbungsthread anhand meiner Skizze sehen kann, habe ich einen Hang zur Arbeit mit digitalen Medien. Wenn bisher auch nur auf einer rein unprofessionellen Ebene.
Ich gehöre einfach zu denen, die sich nötiges Wissen aneignen und dann auch bei Bedarf abrufen und umsetzen können. ;) Und mit dem Thema 3D-Druck hat sich in den letzten Jahren ein wirklich mächtiges Werkzeug entwickelt, mit dem wirklich jede Idee für ein Kostüm nun auch realisieren kann.
Ihr wolltet schon immer eine Chaosstern-Brosche, eine Gussform für Wurfschädel oder Siegelringe? Kein Problem! 3D-Druck macht es möglich.

Da dieses Thema etwas mehr Erklärungsbedarf hat, werde ich nicht alles auf einmal hier niederschreiben können. Habt daher bitte etwas Geduld mit mir.  ;D

Was ist 3D-Druck?

Ich werde jetzt nicht sämtliche Details dazu erläutern wie so ein Drucker funktioniert. Schon alleine deswegen nicht, weil ich nicht einschätzen kann, wie hoch der Grad an Fachbegriffen sein darf. Immerhin solls es ja auch Leute geben die keinen handwerklichen Beruf ergriffen und somit nichts oder nur wenig mit Fachausdrücken anfangen können. ;)
Stellt euch einfach vor, dass das was ich am Computer erstellt, von unten nach oben in kleine Scheiben geschnitten wird. Jede dieser Scheiben zeigt nun von oben betrachtet ein flaches Bild. Die einzelnen Kanten dieser Bilder ermöglichen es Werkzeugen die Konturen ab zufahren.
Zur besseren Veranschaulichung, hier ein passendes Video:

http://www.youtube.com/watch?v=Rt4QPVB6Mdo

Aber auch bei den Plottern gibt es gewaltige Unterschiede im Aufbau:
http://www.youtube.com/watch?v=27HZvbSpZD8

Beim Druck von Metallen wir ein Granulat, oder vielmehr ein Staub in eine Form gefüllt. Diese wird dann ähnlich wie beim Plotter mit einem Werkzeug abgefahren. Allerdings wird der Staub dann mit einer sogenannten "Vernetzerflüssigkeit" beträufelt. Ein weiteres Werkzeug trägt dann eine neue Schicht Staub auf und wieder wird vernetzt. Ist so das gesamte Model erstellt, wird es noch einmal "Getempert". So nennt man das gezielte Erhitzen wodurch das Material ausgehärtet wird.

http://www.youtube.com/watch?v=2GI9Bw48liY

Als ich vor einiger Zeit gehört habe, das es Firmen gibt, die anhand von 3D-Modellen deine Ideen Wirklichkeit werden lassen können, habe ich mich in diesen Bereich ein wenig ausgetobt. Und es stimmt. Alles was man sich vorstellen kann ist dank 3D-Druck bei entsprechender Umsetzung nach nur wenigen Wochen greifbar.
Und das alles in 3 simplen Schritten:

- Zeichnung erstellen
- 3D-Modell erstellen
- Bei einem Profi drucken lassen.

Was bringt es mir 3D-Druck fürs Larp zu benutzen?

Ein Beispiel:
Neulich erst haben zwei Bekannte von mir geheiratet. Also nicht IT, sondern OT. So richtig mit Trauschein und allem was dazugehört. ;)
Da er den Antrag aber auf einer Larpveranstaltung gemacht hat und die beiden eh ein Pärchen bespielen, dachte sich unserer Gruppe dass es doch nette wäre, den beiden auch IT-Eheringe als Hochzeitsgeschenk zu überreichen.
Gesagt getan. Schnell war eine Skizze entworfen und das Ganze auch als 3D Modell umgesetzt. Und das Endergebnis konnte sich wirklich sehen lassen.



Wie ihr seht kann man in Kombination mit ein wenig Acrylfarbe eine ganze Menge erreichen wenn man sich nur eine ordentliche "Worktube" einrichtet.

Was ist eine Worktube?

Okay, jetzt hat sich doch ein Fachbegriff eingeschmuggelt der nicht in zwei Worten zu erklären ist. Dieser heißt allerdings nichts anderes als:
"Sinnvoll strukturierte Aneinanderreihung von Arbeitsschritten"
Oder im Klartext: Ihr braucht eine korrekte Vorgehensweise um am Ende ein brauchbares Produkt zu erhalten.
Meine Worktube sieht zum Beispiel wie folgt aus:

- Sammeln von Konzeptzeichnungen und Ideen
- Skizzen "ins Reine" zeichnen mit GIMP (www.gimp.org)
- Aufteilung der Skizzen in einzelne Segmentvorlagen
- Eventuelles Erstellen von Vektorgrafiken mit InkScape (www.inkscape.org)
- Umsetzung der Skizzen und Vorlagen in ein 3D-Model per Blender (www.blender.org)
- Analyse des Models mit netFabb Studio (www.netfabb.com/de)
- Druck von Shapeways verarbeiten lassen (www.shapeways.com)

(hier geht es zu meinem Profil auf Shapeways.com Dort findet ihr ein paar Beispiele von Dingen die bereits von mir umgesetzt wurden.) https://www.shapeways.com/designer/Grevan

Wer sich in dem Gebiet ein wenig auskennt wird schnell feststellen, dass es sich bei den Programmen die ich benutze um sogenannte Freeware handelt. Sprich alle Programme sind kostenlos nutzbar. Das heißt nicht das meine Worktube dadurch besser ist, sondern dass sie von jedermann nachgeahmt und übernommen werden kann.
« Last Edit: October 10, 2013, 01:35:01 by Barius »
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MorAmroth

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Re: 3D-Druck Tutorial (Picture heavy)
« Reply #1 on: September 03, 2013, 14:01:02 »
3D Druck ist geil!

Hast Du denn einen 3D Drucker bzw CNC Fräse oder weißt wo man das einfach und günstig machen lassen kann.

Wie stabil ist das Plastik, mit dem gedruckt wirde?
Wie detailliert können die Gegenstände für den Druck sein?
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Re: 3D-Druck Tutorial (Picture heavy)
« Reply #2 on: September 03, 2013, 14:12:27 »
Irgendwelche guten Blender Tutorials?

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Barius

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Re: 3D-Druck Tutorial (Picture heavy)
« Reply #3 on: September 03, 2013, 17:05:33 »
Einen 3D-Drucker habe ich bisher noch nicht.
Gegen Weihnachten sollte es aber soweit sein.
Auf http://reprap.org/wiki/Mendel_Einkaufsf%C3%BChrer gibt es eine gute Übersicht über alle aktuellen Bezugsquellen zur Prusa Mendel Reihe. Ich sage nicht, dass Prusa Mendel das Maß aller Dinge ist, aber vom Preis-Leistungsverhältnisss her ist dies der solideste Einstieg. Wenn man Foren und Testberichten vertrauen darf.

Derzeit lasse ich meine Sachen bei www.Shapeways.com in Holland drucken.
Die Preise und Wartezeiten sind hier wirklich fair.
Es empfiehlt sich vor Beginn der Arbeiten an einem neuem Projekt deren Materialliste genau zu studieren. Dort findet man Angaben dazu, wie detailliert die einzelnen Werkstoffe verarbeitet werden können.
https://www.shapeways.com/materials?li=nav
Da steht dann auch was zur Stabilität.

Tutorials für Blender gibt es wie Sand am Meer.
zu empfehlen sind für Einsteiger die hauseigenen Videos: http://www.blender.org/education-help/tutorials/
Ich weiß, dass ist erstmal eine ganze Menge Material. Lasst euch davon nicht erschlagen.
Für den Anfang solltet ihr die "Getting Started" und die "Modeling" Handgriffe beherrschen um einigermaßen gut zurecht zu kommen.
« Last Edit: September 03, 2013, 17:08:23 by Barius »
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Abbondio Veneri

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Re: 3D-Druck Tutorial (Picture heavy)
« Reply #4 on: September 03, 2013, 18:44:26 »
Hi! Das liest sich alles sehr interessant!  8)

Was mit allerdings noch fehlt, neben dem Ganzen "was geht/ist möglich", ist sowas wie "was geht nicht?" bzw. "was sollte man nicht damit versuchen?". Ich denke hier z.B. konkret an Rüstungsteile und/oder Waffen, die zwar sicher auch sehr schick aussehen, aber nach dem ersten härteren Duell wieder neu gedruckt werden dürfen - oder gibt es tatsächlich auch hierfür geeignete Materialien/Basisstoffe?

Barius

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Re: 3D-Druck Tutorial (Picture heavy)
« Reply #5 on: September 03, 2013, 19:30:17 »
Hi! Das liest sich alles sehr interessant!  8)

Was mir allerdings noch fehlt, neben dem Ganzen "was geht/ist möglich", ist sowas wie "was geht nicht?" bzw. "was sollte man nicht damit versuchen?". Ich denke hier z.B. konkret an Rüstungsteile und/oder Waffen, die zwar sicher auch sehr schick aussehen, aber nach dem ersten härteren Duell wieder neu gedruckt werden dürfen - oder gibt es tatsächlich auch hierfür geeignete Materialien/Basisstoffe?

Ufff... genauso breit wie das Feld des möglichen ist, genauso breit ist das Feld des unmöglichen. Da würde ich mir jetzt nen Wolf tippen bis ich das alles zusammen hätte.

Mir würde jetzt z.B. aber auch nicht einleuchten wollen, welche Art von Waffen unbedingt komplett aus einem 3D-Drucker kommen müssten.
Wenn du bsplw. eine blank Waffe verschönern willst, würde ich dir empfehlen die Verzierungen per 3D-Druck zu erstellen und dann auf einer bereits vorhandene Waffe zu befestigen.
Oftmals hilft es bei solchen Fragen den gesunden Menschenverstand einzusetzen.

Es gilt aber festzuhalten, dass man in allen Dingen die man erstellen will, eigentlich nur von den Druckbereich des Druckers eingeschränkt ist.
Ähnlich wie beim Tintenstrahldrucker daheim muss man innerhalb des Blattes bleiben wenn man alles auch wirklich in einem Guss drucken will.
Aber genauso gut lassen sich große Sachen in mehrere einzelne Objekte zerlegen und dann getrennt von einander drucken.
Beispiel:
Wer Doktor Who kennt, kennt die "Sonic Screwdriver". Hier hat ein eifriger Fan den Screwdriver des 10ten Doktors nachgebaut.
https://www.shapeways.com/model/1266695/sonic-screwdriver-body-c.html?li=more-from-shop&materialId=62
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Tarak der Spalter

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Re: 3D-Druck Tutorial (Picture heavy)
« Reply #6 on: September 03, 2013, 21:05:41 »
Ich spare gerade eifrig auf eine kleine CNC. Auch ich hab mich sehr ausführlich mit 3D druck und cnc beschäftigt. Finde das ist eine Hammer möglichkeit SOVIELES selbst zu machen, dass ich aus den Ideen garnicht rauskomme.
Also erstmal cnc (auch geil für Platinen) danach irgendwann ein 3D Drucker!

Aber danke für deinen Einblick in das Ganze!

Barius

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Re: 3D-Druck Tutorial (Picture heavy)
« Reply #7 on: October 10, 2013, 01:20:36 »
Update.

Hab den Text ein wenig erweitert und 3 sehr aufschlussreiche Videos hinzugefügt.
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